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Start Heimatgeschichte Eine "Warum" - Frage Das mittelalterliche Optimum

Das mittelalterliche Optimum


Etwa ab dem 800 Jh. mit Höhepunkten zwischen 1000 und 1100 n.Ch. läßt sich ein Erhöhung der Durchschnittstemperatur  in Mitteleuropa nachweisen.9  Das 13. und 14.Jh. wird als eine Übergangszeit zur Kleinen Eiszeit, die vom 15. bis zur Mitte des 19. Jh. währte, beschrieben.

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                                                                                   Abb.510

Besonders aufschlußreich für die Bedeutung des mittelalterlichen Klimaoptimums sind Angaben zum Anbau von Wein. Der Weinstock benötigt zu seinem Wachstum bestimmte Temperaturbedingungen, will man auf Dauer einen Wein produzieren, der den Namen verdient. Als ideale Wachstumsbedingungen gelten Jahresmitteltemperaturen von 10 bis 12 Celsiusgraden, milde Winter und warme Sommer. Die Reben sind sehr empfindlich gegenüber Frost; sie benötigen mindesten 230 Tage über 5 Grad.11

Im 11. Jh. vergrößerte sich die Zahl der Regionen, in denen Weinbau betrieben wurde, erheblich. Weinbau wurde auch in Lagen betrieben, die nach heutigem Verständnis klimatisch ungünstig sind. So ist der Weinbau in Malmedy und St.Vith bezeugt, ebenso in der Gegend um Mayen  und der westlichen Hocheifel.12 Selbst im Monschauer Land wurde Weinbau betrieben, was durch alte Flurnamen bezeugt ist, so an der Wingertsley und am Rahmenberg in Monschau.13 Selbst wenn man einwendet, dass die Ansprüche an die Qualität des Weins einerseits und die mangelhafte Infrastruktur andererseits Weinbau auch in weniger günstigen Lagen attraktive erscheinen ließ, so ist doch die auf die mittelalterliche Warmperiode beschränkte Anbaukultur in vielen Gegenden bemerkenswert.

In der Umgebung von Mayen (Pellenz) wurde in der Zeit des mittelalterlichen Optimums Weinbau betrieben. Zäck gibt für diese Zeit in diesem Gebiet eine Jahresmitteltemperatur von 10,1 Grad, soviel wie heute durchschnittlich für Bernkastel - Kues berechnet wird, während die Jahresmitteltemperatur für die Pellenz heute bei 8,9 Grad liegt.14

Übernimmt man den Differenzwert von etwa 1 Grad auch für unsere Region, deren Durchschnittstemperatur 1960 bei 7 Grad lagt, so lag die Jahresdurchschnittstemperatur zur Zeit des Mittelalterlichen Optimums mit 8 Grad bei einem Wert, der in den sechziger Jahren des letzten Jh. für Kleinhau und das Hürtgener Gebiet galt, indem eine Mischform von Ackerbau und Grünlandwirtschaft herrschte und herrscht.15

Fortsetzung



9) Ch.-D.Schönwiese; Klima im Wandel;S.69
Das mittelalterliche Optimum zeigt zeitlich regionale (Westeuropa,Mitteleuropa) Unterschiede. Der angegebene Wert beschreibt den Gesamtzeitraum.
10) Rüdiger Glaser; Klimageschichte Mitteleuropas, S.181
11) W. Zäck; Schnee von gestern; S.147
12) ebd. S.153
13) Pilgram; Der Landkreis Monschau; S.101
14) W.Zäck; Schnee von gestern; S.154
15) Die aktuellen Jahresmitteltemperaturen sind dem Werk von M.Schwickerath, Hohes Venn - Nordeifel - Ganzheitliches Erfassen der Landschaft; S.53 entnommen. Die Werte stammen aus den sechziger Jahren. Nach Angaben des DWD betrug die Jahresdurchschnittstemperatur für Rötgen (Meßstelle 440m hoch) für die Zeit von 1960 bis 1990  7,8 Grad. Hochgerechnet auf Lammersdorf (540m; Temperaturdifferenz ca.0,7 Grad/100m) läge dort die Durchschnittstemperatur bei 7,1 Grad. Die letzten 10 Jahre sind im Schnitt um 1 °C wärmer als die Periode 1961-1990. (DWD,persönliche Mitteilung) Berücksichtigt man die Temperaturerhöhung der letzten 10 Jahre, so läge z. Zt. die Durchschnittstemperatur in unserer Region heute über dem mittelalterlichen Optimum.
 
 

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